Kirchen

Die Nordwestgemeinde hat zwei Kirchenorte

Zuerst, weil sie ein paar Jahre älter ist, die Markuskirche: Sie ist eine Tochter der St.-Michaelis-Kirche und wurde von dort aus durch Pastor Ehlert betreut, als sie 1958 eingeweiht wurde. Geplant als "St.-Georg-Kirche" wurde sie kurzfristig in Markuskirche umbenannt, weil sie sonst in Konkurrenz zur serbisch-orthodoxen Georgskirche stehen würde, die parallel geplant wurde.1969 wurde die Markus-Kindertagesstätte eingeweiht. Seit 2014 erstrahlt sie nach einer aufwendigen Renovierung in neuem Glanz. Ein eigenes Gemeindehaus hatte die Markuskirche nie. Alle nötigen Räume waren und sind im Kirchengebäude integriert. Dort befindet sich seit 2011 auch das Gemeindebüro. Das alte Pfarrhaus neben der Kirche beherbergt inzwischen eine großzügige Krippe, die ebenfalls zur KiTa gehört.Nach Pastor Ehlert wirkten Pastor Schnare, Pastor Zeymer, sowie die Pastoren Asbrock, Linnemann, Keding, Knoblauch in der Markusgemeinde. Es folgten Pastorin Löhr, Pastor Boehnke, sowie das Pastorenehepaar Danckwerts.

Im äußersten Nordwesten des Kirchenkreises, im damals noch selbständigen Dorf Atter, wurde am 2. Mai 1965 der Grundstein für die Stephanuskirche gelegt. Zu diesem Zeitpunkt gab es bereits das Pfarrhaus, in dem seit 1962 Pastor Waldemar Schnare mit seiner Familie wohnte. Die erste Kirche in Atter war die Stephanuskirche nicht. 1906 wurde an Gut Leye eine (katholische) Kapelle angebaut. Die reformierte Kirche (inzwischen als Stadtteiltreff genutzt) wurde ebenfalls vor der Stephanuskirche eingeweiht. Mit der Kirchweihe am 19. Dezember 1965 gab es aber dann auch für die lutherische Gemeindeglieder in Atter einen eigenen Kirchbau, nachdem sie zuvor zur Markus- und davor zur St.-Michaelis-Kirche gehört hatten. Ein eigenes Gemeindehaus gab es lange Jahre nicht. In einem Raum des Pfarrhauses trafen sich die Gemeindegruppen, bis am 21. April 1991 das Gemeindehaus eingeweiht werden konnte. 2003 wurde es um ein Blockhaus ergänzt. Nach Pastor Schnare (1962-1969) wirkten Pastor Rieß (1971-1979), Pastor Bielawa (1981-2001), Pastor Boehnke (2001-2011) und das Pastorenehepaar Danckwerts (2012-2015) in der Gemeinde.

Markusgemeinde und Stephanusgemeinde schließen sich 2015 zusammen. Die neue Nordwest-Kirchengemeinde steht unter dem Leitspruch „Orte für Begegnung“. Das entsprechende Logo ist aus zwei Segeln gebildet (sandfarben für die Sandsteinfassade der Markuskirche, rot für die verklinkerte Stephanuskirche), in deren Mitte sich ein Kreuz abzeichnet.

Von Dezember 2015 bis August 2020 war Pastor Gerdes in der Nordwestgemeinde tätig. Mit ihm hat sich der Kirchenvorstand dafür ausgesprochen, die Markuskirche als Kulturkirche zu profilieren. Ab März 2020 sind Präsenz Gottesdienste während einer Pandemie zunächst untersagt und später nicht empfohlen. Die Gemeinde lebt auf Abstand mit Briefen, Telefongesprächen, Gottesdienst Videos und Livestreams. Vom 31. August 2020 bis Ende Februar 2021 ist Pastor Friedemann Keller Vakanz-Vertreter.

Frau Dr. Jutta Tloka wurde am 28. Februar 2021 in der St. Katharinen ordiniert und neue Pastorin der Nordwestgemeinde. Seit März 2021 werden wieder mit Maske, Abstand, Registrierung und ohne Gemeindegesang Präsenz Gottesdienste in der Stephanuskirche und der Markuskirche gefeiert. Die Gemeindekreise treffen sich in gleicher Weise seit August 2021.

Eine Reihe von neuen Angeboten wurden seit 2016 in der Markuskirche platziert. Abendgottesdienste und Abendandachten mit Musik wurden erfolgreich eingeführt. Einmal im Quartal finden Taizé-Andachten in der Markuskirche statt. Außerdem gibt es eine gute Verbindung zur AG Muk und zur Evangelischen Studierendengemeinde, die sich vor allem in Musikveranstaltungen in der Markuskirche äußert.

Aus dem landeskirchlichen Projekt „Gemeinwesendiakonie“, das sich auf das Quartier um die Markuskirche bezieht, entstand 2018 der „Frühstückstreff  für alle, die ihre Brötchen lieber gemeinsam als allein essen“. Ein wesentliches Ziel ist es dabei, dass die Teilnehmenden die Treffen (zweimal monatlich) eigenverantwortlich organisieren und die Markuskirche als „ihre“ Kirche wahrnehmen. Mit dem gleichen Ziel findet auch ein monatlicher Spielenachmittag statt. Der Besuchsdienst „Lila Engel" der Nordwestgemeinde  hält regelmäßigen Kontakt zu Menschen im Küpper-Menke-Stift. Auch in der Betreuung von Gästen im Erich-Maria-Remarque-Haus, der Erstaufnahmeeinrichtung für geflüchtete Menschen, engagieren sich Gemeindemitglieder.

Die Glocken in unseren Kirchen

Die Glocken der ev.-luth. Markuskirche

Die ersten Glocken erhielt die Markuskirche bereits 1959 in Form eines  vollständig aus Leihglocken bestehenden Geläuts. Diese Glocken kommen vom Glockenfriedhof Hamburg und hingen zuvor in St. Marien, welche in diesem Jahr jedoch ihr eigenes, 5-stimmiges Geläut bekam. Kurz danach mussten jedoch bis auf Eine, alle Leihglocken wieder zurückgegeben werden. Die verbliebende Glocke ist bis heute Teil des Geläuts. Sie fällt vor allem wegen den wunderschönen Zierleisten und der schroffen Schärfe auf [2:55]. Damit besitzt die Markuskirche als eine von ganz wenigen Kirchen in Osnabrück noch eine historische Glocke. Als Ergänzung gesellten sich dann 1961 drei weitere Glocken in den Turm, welche eigens für die Markuskirche von der Firma Rincker in Sinn gegossen wurden. Aufgrund von statischen Problemen des alten Glockenstuhls aus Stahl, sowie des Turms, wurde die gesamte Anlage den Winter über grundsaniert. Dabei wurde ein neuer Glockenstuhl aus Holz eingebaut und die Glocken bekamen neue Joche, Klöppel, und Steuerungen. Durchgeführt wurden die Arbeiten von HEW, in Zukunft wird die Anlage von Korfhage gewartet. Das Erstläuten nach der Sanierung fand am Sonntag Jubilate (25. April 2021) statt. 

Glocke 1: gis', 1781, Johann Christian Copinus, "Regiomonti" (Königsberg), 1005 mm, ca. 660 kg, Patenglocke aus Rodnowo (ehem. Reddenau in Ostpreußen) Glocke 2: h', 1961, Glockengießerei Rincker, Sinn, 880 mm, ca. 480 kg Glocke 3: cis'', 1961, Glockengießerei Rincker, Sinn, 784 mm, ca. 330 kg Glocke 4: dis'', 1961, Glockengießerei Rincker, Sinn, 697 mm, ca. 270 kg  *Auf den Klöppeln der Glocken stehen ihre Gewichte, die angegebenen Gewichte der Glocken geben diese wieder, wenn man bei den Klöppelgewichten von einem Anteil von 5% ausgeht (33 kg, 24 kg, 16,5 kg, 13,5 kg)*

Quelle: Luca Gans

Die Glocken der ev.-luth. Stephanuskirche

Im freistehenden Turm der evang. Stephanuskirche in Atter hängen vier Glocken der Glockengießerei Rincker aus Sinn, welche 1965 bzw. 1959 gegossen wurden. Zum Teil auch wegen statischen Problemen läuten alle vier Glocken nur eher selten gemeinsam. Sie wurden der Kirche von der Markusgemeinde geschenkt, von der die Stephanusgemeinde bei ihrer Gründung abgespalten ist. Seit 2015 sind die beiden Gemeinden jedoch wieder fusioniert.
Glocke 1 Ton: a' Gießer: Rincker, Sinn Gussjahr 1965
Glocke 2 Ton: b' Gießer: Rincker, Sinn Gussjahr 1965
Glocke 3 Ton: c'' Gießer: Rincker, Sinn Gussjahr 1965
Glocke 4 Ton: d'' Gießer: Rincker, Sinn Gussjahr 1959
Quelle: Luca Gans

Die Läuteordnung ist hier sehr differenziert, was Einläuten und Zusammenläuten angeht:
- an normalen Sonntagen II, III, IV
- in Passions- und Adventszeit I, II, III
- in Festzeiten I, III, IV
- an Festtagen I, II, III, IV

Betläuten mit Glocken II
Sterbegeläut mit Glocke I

Quelle: Christian Petersen-Deuper (Kommentar zu o.g.YT)

Unsere Kirchen im Kirchengemeindelexikon der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers

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Sammlung von Schriftstücken und Bildern

Grundsteinlegung Markuskirche

Grundsteinlegung Stephanuskirche

Ruth Stahl entwarf das Kreuz der Markuskirche

Siegfried Brennecke im Gemeindebrief 3/2009

Lamm Gottes

Das Stück stammt, wie das hängende Kreuz, aus dem Jahr 1959 und wurde von der Osnabrücker Küntlerin Ruth Stahl geschaffen. Nach Auskunft von Sebastian Heim im Kunstreferat werden ähnliche (allerdings kleinere) Gegenstände dieser Art in der kath. Kirche als Kusstafel bezeichnet und spielen eine Rolle beim Abendmahl .  Möglicherweise steht das Lamm-Gottes-Relief in dieser Tradition. Hasso von Poser, bis 2007 Kunstreferent der Landeskirche, bezeichnete ein ähnliches Stück aus der Johannis-Kirche in Bramsche als "Meditationstafel".

Dr. Wolfram C. Kändler, Landeskirchliches Archiv

Gemeindebericht 2017